Zweiter IKZ-Artikel

Ich habe gemerkt, dass ich gar nicht alle Artikel hier online gestellt habe, die im IKZ erschienen sind.

Dieser hier ist vom Januar und natürlich nicht korrigiert 🙂

Da fällt mir ein, dass genau heute mein Auslandsjahr beendet gewesen wäre… drei Monate sind schon wieder rum. Wie die Zeit fliegt…

Mit diesem Artikel möchte ich übrigens meine lieben Freunde bestätigen, dass ich immer nur über Pommes schreibe und jeglicher andere Inhalt belanglos ist.

Nun befinde ich mich schon vier Monate hier in Belgien. Es beginnt die Zeit in der nicht jeden Tag irgendetwas Neues passiert, sondern genau das Gegenteilige tritt ein. Die Routine hat sich in meinen Alltag eingeschlichen und sie beginnt ein wenig an mir zu nagen. „Tu doch mal wieder etwas – nagnag – fahr mal wieder nach Brüssel – nagnag – hier passiert doch gar nichts – nagnag.“

Wollte ich zu Anfang noch jede große Stadt in- und auswendig kennen, so ist inzwischen mein erklärtes Ziel hier schlicht und ergreifend zu leben wie jeder andere Belgier. Ich arbeite meine fünf Tage die Woche und habe dann zwei Tage „vrij“ und diese Zeit nutze ich dann um einkaufen zu gehen, wichtige Dinge über mein Auslandsjahr abzuklären und vielleicht etwas Sport zu treiben. Ich treffe mich mit Arbeitskollegen, gehe mit ihnen ins Kino, gehe abends ein wenig was trinken oder halte mich einfach auf meinem Zimmer auf und gucke eine DVD oder lese ein Buch. Das ist alles nichts, was ich nicht auch in meiner Heimat tun könnte und genau hier gelange ich eigentlich an den Punkt an dem ich sage: Wozu? Wozu bin ich hier im Ausland, wenn ich genauso gut bereits studieren könnte? Wieso habe ich mir nicht ein anderes Land oder Projekt ausgesucht, das mir mehr Abwechslung bieten kann?

Das ist die Zwickmühle: Muss es immer etwas Neues sein oder ist nicht gerade diese Routine interessant? Denn trotz allem lerne ich beinahe jeden Tag etwas Neues über die belgische Kultur. Meistens sind es nur simple Sachen, wie in etwa dass sich die Belgier gegenseitig ein frohes neues Jahr wünschen, indem sie sich die Hände schütteln und jeweils drei Küsschen – links-rechts-links – auf die Wange geben. Es gibt hier acht statt sechs Wochen Sommerferien und die Meisten mögen deutsches Brot genauso wenig wie wir ihr Brot nicht mögen (belgisches Brot ist zu vergleichen mit französischem: es steckt nichts Nahrhaftes dahinter). Beinahe alle ausländischen Filme oder TV-Produktionen werden in Flandern in ihrer Original-Sprache mit Untertiteln ausgestrahlt, während die Wallonen auf ihre französischen Übersetzungen bestehen. Die Gelben Seiten sind hier weiß und frisches Brot kann man genauso in Automaten „ziehen“ wie bei uns Zigaretten.

Ich lerne also nicht jeden Tag irgendein neues Monument am anderen Ende Belgiens kennen, sondern lerne etwas über die Sitten und Gebräuche, über die Gesetze, die Politik, über die Sprache und was dieses Land so besonders macht. Das ist vielleicht nicht sehr spannend, aber doch wohl das, was so ein Auslandsjahr ausmacht. Man steigt aus seiner Box genannt Deutschland, steigt in eine andere und merkt wie die Wände langsam einreißen und man in die anderen Boxen leichter hineingucken kann, weil man ihre Inhalte besser versteht. Ich entwickle ein neues Verständnis für Europa und sehe Alternativen zu unserem deutschen Lebensstil, die ich zwar durchaus schon kannte, aber nicht auf dieser Ebene.

Und dann ist da noch mein Beruf, über den ich hier noch gar nichts geschrieben habe. Ich arbeite bei der Ark Gemeenschap Antwerpen, einer Organisation, wo Behinderte wie auch nicht behinderte Menschen zusammenleben. Zusammenleben bedeutet in diesem Fall, dass ich mit meinen Schützlingen Zimmer an Zimmer wohne, mit ihnen das Bad teile, wir gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen und wir einfach alle etwas miteinander unternehmen. Das bedeutet also, dass – auch wenn ich frei habe – ich niemals wirklich von meiner Arbeit wegkomme. Meine Arbeit ist direkt bei mir Zuhause, 100% Privatsphäre gibt es alleine in meinem Zimmer.

Am Anfang dachte ich, dass ich das kein ganzes Jahr aushalten und ich wenn überhaupt nur ein halbes Jahr machen werde. Statt mit zwei lebte ich nun mit sieben Personen zusammen, von denen sechs meine Sprachen nicht sprechen. Tagtäglich besuchen das Haus so viele verschiedene fremde Personen, dass es mir zu Beginn schwer fiel mich heimisch zu fühlen, weil immer wieder Menschen bei mir Zuhause in meine Privatsphäre eingedrungen sind. Erst später, nach so sechs Wochen, hat es dann in meinem Kopf Klick gemacht. Erst als ich die ersten Sätze sprechen konnte und begann etwas zu verstehen, da fühlte ich mich besser.

Nun habe ich kein Problem mehr mit dieser Art Lebensgemeinschaft. Natürlich vermisse ich einige positive Aspekte, die ein kleinerer Haushalt mit sich bringt, dafür kann ich jedoch nicht behaupten, dass es hier jemals im Haus langweilig wird. Konnte ich mir vor vier Monaten noch nicht vorstellen mit so vielen Menschen ein Haus zu teilen, so frage ich mich, ob das nicht am Ende meines Auslandjahres genau umgekehrt sein wird. Dann werde ich womöglich gar nicht mehr in eine kleine Studenten-WG ziehen wollen, sondern gehe in ein großes Studentenwohnheim.

Ich kann nicht in die Zukunft blicken, aber ich kann schon über sie nachdenken und ich bin nach wie vor der Meinung, dass mir dieses Jahr sehr viel bringen wird. Schon jetzt verstehe und spreche ich niederländisch recht gut und auch ansonsten habe ich bereits das Gefühl, dass es mich charakterlich sehr weit bringt.

Trotzdem will ich dann aber auch irgendwann wieder nach Hause. Immerhin heißt es ja: Es ist nirgends so schön wie daheim! Und das Schützenfest werde ich wegen so eines Auslandsjahres bestimmt nicht sausen lassen!

…obwohl sich das von den USA oder Neuseeland aus bestimmt etwas komplizierter gestaltet hätte als von Belgien.


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Der letzte Eintrag

Dies ist zumindest der letzte Eintrag, der sich mit meinem Auslandsjahr beschäftigen wird.

Seit dem 1. Juni bin bereits wieder in Deutschland und man kann sagen: Zum Schluss war ich lausig hier. Zuletzt habe ich hier im Januar geschrieben und auch wenn es triftige Gründe dafür gibt, so hätte ich mich trotzdem mal melden können.

Es war eine wirklich schöne, aber auch schwierige Zeit in Belgien und ich möchte diese Erfahrung nicht mehr missen wollen. Im September ist mein letztes Seminar und dann ist das Thema abgeschlossen.

Ab Oktober wird dann in Bochum studiert: Englisch und Geschichte auf Lehramt.

Bis denn und danke, dass ihr meinen Blog gelesen habt!

Eure

Sarah


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Neues Jahr, neues Glück, noch immer in Belgien

Wer hätte es gedacht, ich bin noch nicht geflüchtet. Genauso wenig wurde ich bisher entführt oder verschleppt und um es einfach mal auf den Punkt zu bringen: Ja, ich lebe noch, selbst wenn meine Lebenszeichen auf diesem Blog sich gegen Null bewegen.

Was soll ich sagen? Es passiert nichts. Weihnachten habe ich schön mit meiner Familie verbracht und auch wenn ich bereits am 25. wieder die Rückreise antreten musste, so hat es sich auf jeden Fall gelohnt! Sylvester musste ich dagegen arbeiten und so habe ich mit der Arche gefeiert, obwohl feiern übertrieben ist. Wir saßen nett beisammen, haben ein Bierchen getrunken, chinesisch gegessen und dann wurde schrecklich Karaoke gesungen. Okay, ich bin sowieso kein Fan von Karaoke, aber belgische Volksmusik? Bitte, ich fand die Titel teilweise schlimmer als unseren gesamten Musikantenstadl und das soll was heißen!

Liest das hier zufällig irgendjemand von meinen belgischen Kollegen? *räusper* Äh, ich meine das natürlich nicht so… belgische Volksmusik ist echt… äh… toll!

Ansonsten waren es noch ein paar ganz entspannte Feiertage in denen absolut nichts passiert ist. Deswegen auch dieses Neuigkeiten-Loch hier… und natürlich gibt es so Sachen, die einfach nicht in einen Blog gehören.

Wieso schreibe ich hier eigentlich, wenn es doch nichts Neues gibt? Ganz einfach: ES IST WAS PASSIERT! Juhu, ich war unterwegs, ich habe wieder eine neue Stadt gesehen und habe mich so mit Pommes vollgestopft, dass ich mich für die nächsten zwei Wochen nur noch schämen werde! Aber ich glaube ich muss noch ein wenig früher einhaken. Erstmal bin ich Freitag mit Kollegen abends nach Antwerpen. Wir waren ein Bierchen trinken, sind ein wenig rumgelaufen und haben dann noch spätabends beschlossen ins Kino zu gehen. Großer Fehler… wir haben uns ausgerechnet einen Horrorfilm angesehen, Paranormal Activity. Ich war wirklich gespannt auf diesen Film und dachte mir eigentlich nichts dabei: Ich mag Horrormovies! Wenn ein Film es aber schafft so an die Urängste des Menschen zu appellieren und es sogar schafft, dass ich am Ende wie ein kleines Mädchen kreische (ich habe noch nie bei einem Horrorfilm gekreischt…), dann ist er wirklich gut… zu gut. Ausgerechnet danach musste ich um nachts zwei Uhr den Nachtbus noch zurück in mein kleines Dorf nehmen, was dann gar nicht mehr so unterhaltsam war. Ich wollte nur noch ganz schnell nach Hause… puh, hatte ich schiss…

Egal, am nächsten Morgen war wieder alles in Ordnung, ich verschwende schon gar keinen Gedanken mehr an den Film. Viel mehr ging es weiter im Programm und so bin ich gegen Mittag des folgenden Tages direkt wieder nach Antwerpen und traf mich mit meinen EFD-Leuten aus ganz Belgien und wir haben einen netten DVD-Abend mit belgischen Filmen veranstaltet. Und viel Alkohol. Und viel Knabberzeug. Und ich blieb nüchtern. Shit. Ist echt doof wenn man inzwischen ganz bewusst Alkohol vermeidet, auch wenn man gerne würde…  ein Bierchen, okay, aber muss es gleich Wodka sein?

Wie auch immer, ich bleibe nicht ganz tatenlos hier in Belgien und verschanze mich nicht nur in meinem Zimmer. Gestern bin ich auch endlich mal wieder in eine andere Stadt und habe mir alles angeguckt, besonders die kulinarischen Besonderheiten: Pommes.

Wieso gibt es hier in Belgien eigentlich kaum Frituures, die mal wirklich KLEINE Portionen Pommes anbieten? Klein ist hier schon groß und groß ist hier riesig und wenn du riesig bestellst, dann wird das schon ein ganzer Berg voll Pommes! Eigentlich wollte ich nur mal von jeder der angepriesenen Frituures kleine Portionen probieren, aber ich wurde direkt überschüttet mit Frites. Ich kann jetzt erstmal keine Fritten mehr sehen…

Ahja, wo war ich überhaupt? In Mechelen! Liegt direkt zwischen Antwerpen und Brüssel und ist eine süße alte Stadt.  Wer sich zufällig noch an Don Karlos erinnert: Herzog von Alba führte hier einer seiner schrecklichsten Metzeleien durch. Außerdem war die Strecke Mechelen-Brüssel die erste dampfbetriebene Bahnlinie Europas. Mechelen war außerdem mal Hauptstadt der Niederlande und noch ein trauriges Kapitel: Dort wurden alle belgischen Juden einst „gesammelt“, um dann in Konzentrationslager deportiert zu werden.

Über Letzteres habe ich mich ein wenig informiert, denn ich war im Joods Museum van Deportatie en Verzet (Jüdisches Deportations- und Widerstandsmuseum). Es war grausig und so muss es eigentlich auch sein… all diese Geschichten von belgisch-jüdischen Familien, von Kindern, die bereits mit fünf Jahren sich „zur Arbeit melden mussten“, also in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert wurden und von denen kaum jemand überlebte. Zum Schluss kam ein Raum voll mit Bildern von kleinen Kindern, alle, die die Befreiung des Lagers nicht mehr erlebt hatten und da lief es mir dann ganz kalt den Rücken hinunter. Ach, ich kann es eigentlich kaum beschreiben…

Dann bin ich per Zufall mitten in Mechelen auf eine archeologische Augrabungsstätte gestoßen… erlebt man auch nicht alle Tage. Da gruben Archeologen gerade einfach mal mitten im Zentrum Skelette aus.

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Das war mal dort ein Friedhof im Mittelalter und bevor da ein Parkhaus (oder so etwas) hinkommt, haben die Archeologen nun zwei Jahre Zeit um so viel über damalige Bestattungen und Todesumstände herauszufinden wie sie nur können. Irgendwie gruselig, wie die da einfach mal mitten in einer Stadt Tote ausgraben. Wer will schon wissen, was sich unter einem alles befindet? Mir gefällt die Vorstellung nicht, dass vielleicht auch mitten in der Iserlohner Innenstadt hier und da mal Knochen im Untergrund stecken, obwohl das ganz natürlich eigentlich ist… egal, gruselig.

Viel Interessantes gibt es sonst nicht mehr. Ich bin viel rumgelaufen, habe Fotos gemacht und genoss die Altstadt. Das Wetter bietet sich zum wandern auch langsam wieder an: Nicht nass, kein Schnee und es ist nicht zu kalt.

So, ich hör auch schon auf zu schreiben. Hier noch meine Bilderchen, die ich in Mechelen geknipst habe.

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Neue Fotos

Endlich einige Bilder aus Boechout, dem kleinen Dörfchen wo ich momentan wohne. Nebenbei erwähnt: Die Gemeinde hat scheiß viel Geld… es tut mir schon leid nicht die ganzen teuren Autos mitfotografiert zu haben, die ich die ganze Zeit auf dem Weg gesehen habe, als ich die Fotos geschossen habe.

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Und dann war ich letztes Wochenende mit Rieke in Aachen. Vom eigentlichen Weihnachtsmarkt haben wir uns erst (unabsichtlich, weil wir ihn nicht gefunden haben!) ferngehalten und das mit gutem Grund… es war soooooo voll.

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Aber ich konnte noch Aachener Met und Honig-Likör kaufen, sowie nette kleine Weihnachtsgeschenke (kerst-cadeautjes… ach, das hört sich in Nederlands so viel schöner an…)


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Sarah im Nikolaus-Taumel

Ist es nicht schön? Nicht mal mehr eine Stunde und es ist Nikolaus!
Ganz ehrlich, ich habe mich erst nicht drauf gefreut, weil es das erste Jahr ist, dass ich nicht morgens aufwache und etwas in meinem Stiefel finde…
Ich habe tagelang innerlich mit mir genörgelt. Innerlich!, denn als 20jährige noch was zum Nikolaus bekommen zu wollen ist ein wenig… peinlich.
ABER ICH WILL WAS ZUM NIKOLAUS! *NÖRGEL*

Egal, ich habe mein inneres Kind unter Kontrolle… ERNSTHAFT!
Jedenfalls habe ich einen anderen Weg gefunden mich auf diesen Tag zu freuen. Dieses Mal werde ich nicht beschenkt, sondern meine Bewohner. Besonders einer freut sich noch wie ein kleines Kind auf den „Sint Nikolaas“ und so habe ich alleine eine Stunde damit verbracht alle Stiefel mit Mandarinchen und „Speculoos“ (=Spekulatius) zu befüllen und den Tisch entsprechend festlich zu schmücken. Ich sag euch, das macht so Spaß! Viel mehr Spaß als beschenkt zu werden (*hüstel* meinen Stiefel habe ich eh nun selbst befüllt). Und ich durfte mir den Spaß machen heute gleichzeitig noch den „Zwarte Piet“ zu spielen, das belgisch-niederländische Equivalent zu unserem Knecht Ruprecht. Einer unser Bewohner liebt seine kaputten Sommerschuhe zu sehr, sodass er sie bei frostiger Kälte und extrem nassen Wetter noch trägt. Also nimmt der Zwarte Piet die Schuhe heute Nacht mit, ha! Dann muss er seine Winterschuhe tragen 🙂

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Was gibt es sonst noch für News? Über Punkt 1 aus meinem letzten Eintrag zu schreiben ist ein wenig sinnlos, immerhin ist es nun länger her und das Wochenende lässt sich kurz zusammenfassen in ES WAR EINFACH SUPER SCHÖN! Der Rest geht kaum jemanden was an, bäh! Über meine Essgewohnheiten oder „S-Probleme“ (*jeshi wink*) schreibe ich ein andern Mal, hat noch Zeit. Putzfimmel und Verantwortung stehen jetzt auch nicht auf meiner Prioritätenliste und Punkt 5 hat sich erledigt, weil es ausfallen wird.
Also komme ich nicht drum ‚rum zu meinem letzten Punkt zu kommen.

ÜBERRASCHUNG! Ich war Donnerstag in Deutschland! Recht spontan, war gerade mal zwei Tage vorher geplant. Außerdem war der Tag dann recht schnell durchgeplant und ich wollte niemanden auf den Schlips treten, also habe ich es recht geheim gehalten.
Den Morgen habe ich mich mit Tosca beschäftigt, mittags habe ich lecker zu Mittag gegessen, nachmittags kam meine Schwester und hat mit mir Plätzchen gebacken und abends bin ich ins Theater, weil das Schauspielensemble momentan wieder ein Stück aufführt und mein Bruder eine Hauptrolle hat in der ich ihn nicht verpassen wollte.
Am nächsten Morgen bin ich wieder gefahren, also war es wirklich recht kurz.

Erstmal handelt es sich bei dem Stück um Romeo & Jeanette von Jean Anouilh. Einfach nur ein krankes Stück und absolut weiter zu empfehlen. Solltet ihr nächstes Wochenende abends noch nichts vorhaben: Geht ins Parktheater! (www.schauspielensemble.de).
Um das Stück geht es mir aber gerade gar nicht, mal davon abgesehen, dass es sehr gut gespielt war. Mein Gott… Maren, Vassi, ihr habt mich umgehauen! Und meinen Bruder kann ich eh nicht objektiv betrachten, da zählt nicht wenn ich sage, dass er genial war *g*.
Jedenfalls war es super schön alle wiederzusehen. Ich bin hier in Belgien wortwörtlich auf Entzug. Hier gibt es keine Gruppe in die ich mich mal für ein paar Monate einschleusen kann und so mal sich ein Stück anzusehen ist doof… ich verstehe eh kaum was auf der Bühne gesprochen wird. Daher MUSS ich jede Möglichkeit nutzen mit Theater vernünftig in Kontakt zu kommen. Und es war wirklich sooooo schön am Donnerstag. Ich wollte gar nicht mehr das Parktheater verlassen und beinahe hätte ich angefangen vor meinem Bruder zu weinen, einfach weil ich total glücklich war. So super glücklich, dass ich bei „meinen Leuten“ sein und das Stück sehen konnte. Es war einfach einer dieser perfekten Momente nach der Aufführung, die niemals enden sollen und es dann doch tun. Und diese Erkenntnis brachte mich beinahe zum heulen.
Ich habe einen perfekten Moment und weiß, dass er gleich wieder vorbei ist.
Dass ich am nächsten Tag wieder in mein Auto steigen werde und wieder ins triste Ausland verschwinde (es wirkt trist, wenn man aus einer so vertrauten Umgebung gerissen wird. Sooooo schlimm war es letztendlich dann gar nicht).
Wer hat überhaupt diesen scheiß Satz erfunden „Man soll genau dann gehen, wenn es am Schönsten ist“? So ein Schwachsinn! Zumindest das weiß ich nun.

An jeden meiner Freunde, der sich jetzt betrogen fühlt, dass ich nicht kurz hallo gesagt habe: Es tut mir Leid! Aber am 20. komme ich ja wieder nach Iserlohn (eventuell sogar früher) und dann heißt es PARTY!

Liebste adventliche Grüße
Sarah


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