Meins - Jeshis Auslandstagebuch oder eher Wochenbuch

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21. Februar 2010

Drei Geburtstagskuchen

Vielen Dank erst einmal an all die lieben Gratulanten: es ist sehr schön zu wissen, dass ihr an mich gedacht habt. Und alle die Vergessen haben zu gratulieren, schämt euch ;-)

Nun wie war mein Geburtstag hier in England so? Um es einfach zu sagen, es war ein sehr schöner Tag. Zum Glück musste ich an jenem Montag nicht arbeiten und konnte so ausschlafen und mich in aller Ruhe für den Tag fertig machen. Und wie es der Zufall so wollte, hatte auch Lisa und Mark an jenem Tag frei. Lisa, da Washingtons Geburtstag am selben Tag ist und damit der 15.02 ein nationaler Feiertag ist und Mark, weil „Half Term“ ist (Ferien und damit die Schulen geschlossen bleiben). Am morgen kam ich also in die Küche und wurde mit einem Happy Birthday Chor begrüßt. Nach dem Frühstück brach ich auf in die Stadt um einige Backzutaten zu besorgen, denn ich wollte noch schnell einen Kuchen backen für die Geburtstagfeier am Abend. Als ich aus der Stadt zurück kam stürzte sich Emily mir entgegen und ich fragte sie ob sie mir beim Kuchenbacken helfen wollte. Großer Fehler. Denn die Großeltern wollten sich just in jenem Moment auf den Weg zum Gartencenter machen und Emily war nun natürlich so von der Idee Kuchen zu backen ergriffen, dass sie nicht mehr mit wollte. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns darauf, dass ich einfach mit ins Gartencenter fahren würde und Emily und ich den Kuchen dann später gemeinsam backen könnten. Das Gartencenter war riesig und beinhaltet nicht nur Pflanzen und Saatgut, sondern auch Kleintier, Bücher und CDs, sowie eine Cafeteria. Nach einem Cappuccino und einigen Keksen ging es dann zurück nach Hause und ans backen.

Um vier gab es dann Kuchen (Von Lisa gebacken mit Buttercreme und pinken Herzchen) und Geschenke. Von meinen Gasteltern bekam ich Geld und Schokolade, nicht gerade unpraktisch. Die Großeltern schenkten mir ein „Light Panel“, mit dem man dann auch im Dunkel lesen kann. Wirklich ganz wunderbar, dass Joyce sich daran erinnerte, dass mir das Licht meiner Nachtlampe zum Lesen nicht ausreichte.

Einige Stunden später wurde ich von Freunden abgeholt und wir fuhren gemeinsam zu Frankie&Bennys einem italienischen Fastfood Restaurant. An jenem Abend fanden dort gut vier Geburtstagpartys statt und wir hörten ständig das Geburtstaglied, dass abgespielt wird, wenn der Kuchen heraus getragen wird.  Lieder hatten sehr kurzfristig viele Gäste abgesagt und so waren wir nur zu sechst, anstelle von dreizehn. Es war aber eine sehr nett Runde und das Essen war super. Als dann meine runde mit Geburtstagslied und Kuchen kam wurde ich in gleich zweierlei Hinsicht überrascht. Zunächst einmal wurden vor mir zwei Kuchen platziert und ich versuchte Verzweifelt der Bedienung zu erklären, dass einer der Kuchen nicht der meine war.  Ich war mir ziemlich sicher, dass eine Verwechslung vorliegen musste, immerhin fanden ja an jenem Abend mehrere Geburtstags am selben Ort statt. Doch die anderen machten mich schließlich darauf aufmerksam, dass der zweite Kuchen ein Geschenk von einem der anderen Mädchen war. Nun musste ich also die Kerzen auf zwei Kuchen ausblassen. Ich schaffte es auch direkt beim erstemal, doch die Kerzen ging von selbst wieder an. Trickkerzen….toll…..

Wir brachen schließlich nur einen Kuchen an und verwahrten den zweiten für das nächste Rotaract meeting am nächsten Abend. Doch leider waren wir auch dort wieder nur zu sechst und ich war mehr als Glücklich, als Emma anbot den Kuchen wieder mit nach Hause zu nehmen. Schließlich warten auf mich noch zwei weitere Kuchen zu Hause…

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10. Januar 2010

Hilfe ich werde alt

Oder besser ich fange an Dinge zu sagen und zu tun, die alte Menschen sagen und tun

Vielleicht kennt ihr dieses Erlebnis, dass ihr als Kind immer etwas bestimmtes nicht mochtet, was Erwachsene tun oder sagen und ihr euch immer fest vorgenommen habt niemals so zu werden. Doch dann kommt eines Tages das Erwachen und ihr findet euch selbst in der gleichen Situation wieder und tut genau das was ihr vorher so entschieden abgelehnt habt. So erging es mir z.B. vor einigen Woche, als ich mein Patenkind Emilian besuchte. Ich war so überrascht, dass er in den vergangene vier Monaten, in denen ich ihn nicht gesehen hatte so viel gewachsen war, dass ich wie die Klischee Tanten auf den Geburtstagsfeiern ausrief: „Du bist aber groß geworden.“ Da fehlte nur noch der  Wangenkniff. Oh man wie ich diese Satz früher gehasst habe auf Geburtstagsfeiern und nun höre ich mich selbst solche Dinge sagen. Schrecklich. Doch immerhin wusste ich wie alt klein Emilian geworden ist. Ein Satz den ich auf meinen Geburtstagsfeiern nämlich noch mehr mochte war: „Und wie alt bist du geworden?“ Ähm du bist auf meiner Geburtstagsfeier und weißt nicht einmal wie alt ich geworden bin…

Eine andere Überschrift für diesen Artikel hätte auch lauten können: Hilfe ich werde zu meiner Mutter.

Denn auf einmal finde ich Seiten in mir, die mich doch sehr stark an meine Mutter erinnern und die ich früher über alle Massen ablehnte. So z.B. fand ich ihren Ordnungsfimmel immer doch sehr übertrieben. Der kleines Fleck und schon musste geputzt werden; bloß keine Krümel irgendwo rumliegen haben oder Spielsachen nicht wegräumen. Und mittlerweile werde ich genauso. Vielleicht liegt es daran, dass ich momentan den Job einer Hausfrau mit kleinen Kindern ausfülle. Aber ja ich mag keine Flecken oder Krümel auf den Küchenschränken und sind dort welche so müsse diese sofort beseitigt werden. Und ich mag mein unaufgeräumtes Zimmer nicht, nur leider habe ich einfach zu viel Kram und zu wenig Platz Sachen zu verstauen. Ein Glück dass endlich die neuen Bücherregale eingetroffen sind, die ich mir für meinen Raum gewünscht hatte. Dann heißt es bald reorganisieren meines Raumes, ach herrlich die Vorstellung alles organisiert und aufgeräumt zu haben.

Und wenn interessiert der ganz Quatsch? Wahrscheinlich niemanden, aber es war schön es los zu werden ^^

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Vorab allen ein frohes neues Jahr

Auch wenns eigentlich 10 Tage zu spät kommt, so wünsche ich euch allen doch ein frohes neues Jahr, viel Glück, Erfolg und Gesundheit in 2010

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27. Dezember 2009

Ein neuer Blogeintrag

Man mag es nicht glauben, aber ich finde doch tatsächliche etwas Zeit um einen neuen Blogeintrag zu verfassen. Und was gibt es alles zu berichten? Einfach zu viel! Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll und lösche immer wieder schon geschriebene Sachen, weil sie mir einfach nicht gefallen. Um ehrlich zu sein weiß ich auch gar nicht was ich berichten soll. Ich habe zwar viele schöne Dinge erlebt, doch die meisten davon liegen nun auch wieder soweit zurück, dass ich mir nicht einmal sicher bin, ob sie überhaupt noch von Belang sind.

Ich erzähl euch einfach mal ein bisschen über mein Weihnachten hier in England bzw. über die Zeit seit dem ich zurück aus Deutschland bin. Dienstagabend war es erneut eine leichte Zitterpartie, da es in Luton Neuschnee gab und erneut viele Flüge gestrichen wurden. Und natürlich erfährt man bis kurz vorher nicht ob der eigene Flug nun gestrichen wir oder nicht. An sich wäre es natürlich schön gewesen noch etwas länger bleiben zu können, doch auf der anderen Seite hätte ein weitere gestrichener Flug nur Ärger bedeutet, da ich hätte umbuchen müssen und vorher mit meinen Gasteltern abklären müssen wann mich jemand vom Flughafen abholen kann usw. Es wäre einfach alles nur unnötiger weiterer Stress gewesen, auf den ich dann aber doch dankenswerterweise Verzichten konnte. Denn obwohl die Check-In Desk erst eine Stunde später öffneten, verließ mein Flug pünktlich den Dortmunder Flughafen. Wir landeten sogar pünktlich in Luton, doch gab es dann beim aussteigen einige Verzögerungen, da Probleme mit den Treppen auftraten und wir weitern 20 Minuten im Flugzeug verbringen mussten. Dann durften wir noch eine schiere Ewigkeit auf die Koffer warten und bis ich endlich zu Hause war, war es schon fast zwölf Uhr. Sehr prickelt, wenn man seit vier Uhr auf ist und am nächsten Tag um halb acht anfangen muss zu arbeiten (ich rechne hier gerade nur in englischer Zeit, also nicht wundern). Der Tag verging dann aber doch verhältnismäßig schnell. Der 24. War auch ein Arbeitstag für mich, jedoch waren beide Eltern zuhause und halfen dann und wann aus. Wir wollten zusammen einige Plätzchen für dich Nachbarn packen, doch Mark war sehr beschäftigt mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsessen am nächsten Tag und Lisa war erneut erkältet und so blieb diese Arbeit an mir hängen. Am Abend wollten wir dann die Nachbarn besuchen, doch wie es der Zufall wollte war kaum einer zu Hause. Also hinterließen wir nur einige Karten und schoben die Plätzchen durch den Briefschlitz.

Der nächste Tag begann für uns alle früh, da Emily schon um halb sieben hell wach war. Doch leider musste sie mit dem Geschenke auspacken noch warten, bis die Großeltern eintreffen würden. Doch immerhin durften wir schon die Geschenke in dem stocking aufmachen. Und siehe da auch meine war gefüllt mit Schokolade. Die Großeltern kamen mit insgesamt einer Stunde Verspätung an, weil die Zeremonie in der Kirche länger gedauert hatte als erwartet. Ich muss zugeben, es war nicht gerade der größte Spaß Emily die gesamte Zeit über von den Geschenken fern zu halten. Doch als die Großeltern endlich ankamen ging es ans auspacken. Das Wohnzimmer verwandelte sich innerhalb weniger Minuten in ein Chaos aus Geschenkpapier und Verpackungsmüll, nicht zu vergessen bereits ausgepackte Spielsachen, die überall herum lagen. Meine Gasteltern hatte ein ganze Menge Geld für mich ausgegeben, was mich in einige Verlegenheit stürzte, zumal ich nur ein Geschenk für beide zusammen hatte. Mir war die glorreiche Idee gekommen ein Kalender mit den Kindern zu basteln, der einerseits Bild und andererseits einige Werke von Emily enthalten würde. Kurz um es war jede Menge Arbeit, Stress und das Werk sah am Ende schrecklich aus. Die Qualität der Fotos war miserabel und die Geburtstage der Familie unvollständig, aber Mark und Lisa haben sich sehr darüber gefreut und der Kalender wurde direkt zu den anderen Fotos gestellt. Nach der Bescherung gab es dann groß Mittagessen, das einfach nur fantastisch war. Dazu tranken wir Sekt und Wein und da wir alle kein wirkliches Frühstück hatten, waren wir alle danach leicht angetrunken. Natürlich gab es auch Cracker und die beinhaltete Hütte wurde den gesamten Tag über getragen. Um drei Uhr guckten wir uns dann die Weihnachtsansprache der Queen im Fernsehen an und wartet da ab gespannt auf die Verfilmung vom Gruffelo, einem sehr beliebten Kinderbuch hier zu Lande. Als die Großeltern wieder auf dem Weg nach Hause waren und die Kinder im Bett, verbrachten Mark, Lisa und Ich den Abend damit Wii Partspiele zu spielen. Kurz um, es war ein schöner Weihnachtstag. Und ich hoffe ihr alle hattet auch schöne Weihnachten.

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1. Dezember 2009

Krank im Bett

Na Bravo! Und das vier Tage bevor ich Sandra in London treffe. Was es auch sein mag, nein nicht die Schweinegrippe. Die Wahl steht zwischen einer Lebensmittelvergiftung oder Magendarm. Naja hoffen wir mal, dass es ersteres ist und die Kinder sich nicht anstecken. Ich wird jetzt wohl anderthalb Tage ohne Bezahlung auskommen müssen, denn meine Gasteltern können mich nicht bezahlen, wenn sie eine extra Babysitter engagieren müssen bzw. selbst Urlaub einreichen müssen, damit die Kinder betreut werden können. Und das ausgerechnet jetzt, wo ich doch alles Geld was ich kriegen kann für London brauche. Aber jetzt zählt erst einmal wieder gesund werden, damit ich überhaupt nach London fahren kann. Dann fällt eben das Budget zum Shoppen kleiner aus. Ich werd wohl irgendwann noch einmal nach London kommen.
Bei trocken Brot und Tea *g*, versuch ich mich auszukurieren und vermisse dabei schrecklich Brötchen, Zwieback, Knäckebrot und Salzstangen.

Deutschland hat ewigen Bestand
Es ist ein kerngesundes Land
Mit seinen Eichen, seinen Linden
Wird ich es immer wieder finden

Ein klein bischen Heine, hoffe ich hab mich an die Strophe richtig erinnert.

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22. November 2009

Ich lebe!

Ich weiß, Ich weiß: Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Das heißt, eigentlich hatte ich schon hin und wieder geschrieben, aber meine Berichte nie online gestellt. Warum? Nun ist es einmal so, dass hier einige Dinge zusammenkommen, warum ich nicht wirklich dazu komme. Wie schon gesagt, hatte ich ein wenig geschrieben, nur leider ist es immer noch so, dass mein Netbook und das Netzwerk meiner Gastfamilie keinen wirklichen Kontakt zueinander aufbauen können. Der Grund dafür ist weiterhin unbekannt, denn ansonsten könnten wir vielleicht etwas an der Situation ändern. Dementsprechend bin ich weiterhin auf den Computer meiner Gasteltern angewiesen, um überhaupt online zu kommen. Da wir diesen Computer also teilen und sowohl Mark als auch Lisa hin und wieder am Rechner arbeiten müssen, bleibt da wenig Zeit für mich. Bisher hatte ich die meisten Artikel auf meinem Netbook geschrieben und dann per USB-Stick von einem Rechner zum nächsten transportiert, doch leider ist mein einziger USB-Stick kaputt, oder sagen wir mal, weder Computer noch Netbook können ihn erkennen, wenn ich den USB-Stick mit ihnen verbinde. Meine einzige andere Möglichkeit Artikel online zu stellen ist nun über die örtliche Bibliothek, die ich leider aus Zeitgründen nicht allzu oft aufsuchen kann. Da Lisa seit zwei Wochen wieder arbeitet, bin ich sehr beschäftigt mit beiden Kindern über den Tag hinweg. Es ist sehr anstrengend, aber jeden Abend kann ich auf das zurück blicken, was ich am Tag geschafft habe. Bisher ist weder einem der Kinder etwas ernsthafte passiert oder das Haus in Chaos versunken. Demnach bin ich frohen Mutes, es auch weiterhin zu schaffen, auch wenn ich mich manchmal nach dem Feierabend sehne.

Hoffentlich kann ich euch bald berichten, was ich alles in den letzten Wochen erlebt habe.

Bis dahin ByeBye

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12. Oktober 2009

Nachtrag: Die letzten drei Woche, hoffe es wird nicht zu lange…

Anmerkung: Einige Teile dieses Artkels ahb ich shcon vor drei Wochen geschrieben, hatte aber aus genannten Gruenden nicht die Zeit sie zu veroeffentlichen.

Vierte Woche

Es ist kaum vorstellbar, aber am Sonntag bin schon für vier Wochen in England.  Wenn ich so auf die vergangene Zeit hier zurückblicke stell ich fest, dass sich mittlerweile eine Art von Alltäglichkeit eigestellt hat und nicht mehr jeder Tag neu und aufregend erscheint. Eine Tatsache die einerseits schön ist, da ich mich trotzalldem hier sehr wohl  fühle, aber andererseits birg der Alltag doch auch etwas Langeweile. Besonders wenn man bedenkt, dass Emily bisher den größten Teil des Tages in der Betreuung war und es nicht viel für mich zu tun gab. Sarina wird immerhin größtenteils von ihrer Mutter versorgt. Und doch ist noch vieles neu für mich und so vergesse ich hin und wieder einige Dinge, die ich erledigen soll. Genau hier entstanden erste Auseinandersetzungen mit Lisa, die ich nicht immer hundert prozentig nachvollziehen kann. Z.B. soll ich die saubere Wäsche der Kinder wegräumen. Nun wusste ich aber gar nicht wo ich was hin packen sollte und wollte lieber erst einmal fragen, bevor ich alle Schränke durchwühle; etwas das man da wo ich her komme eher als unhöflich gilt. Aber anscheint will Lisa genau das von mir, dass ich selbst herausfinde, wo was hingehört und was wo zu finden ist. Doch dann werden mir ständig Vorwürfe gemacht, wenn ich etwas vergesse oder nicht direkt erledige. So z.B. in der zweiten Woche, in der ich da war wird mir vorgeworfen noch nie die Küche gewischt zu haben. Eigentlich soll ich dass einmal pro Woche machen. Ich mein an sich kein Problem, aber dann wäre es doch recht nett mir zu zeigen wo Mob und Eimer sind und welches Putzmittel ich dafür benutzen soll… Ähnliche Situationen gab es des Öfteren vorwiegend in der letzten Woche. Und ganz nachvollziehen kann ich es, wie gesagt, nicht. Nun hat Lisa meine Aufgabenliste noch einmal ausgedruckt und alles markiert was ich vielleicht auch nur einmal vergessen habe zu machen und das meiste davon war in der ersten oder zweiten Woche… Naja genug davon, bisher ist ja nichts wirklich Schlimmes passiert, es nervt nur etwas sich solche Dinge anhören zu müssen, wobei ich hier doch wirklich verdammt ordentlich und bemüht bin alles richtig zu machen.

In dieser Woche waren wir doch sehr viel unterwegs. Zudem war es meistens doch sehr warm und sonnig, was ja dazu drängen lässt Etwas zu unternehmen. Am Montag waren wir bei den Großeltern, die etwa eine halbe Stunde entfernt leben. Eigentlich ist Montag mein freier Tag, aber ich entschied mich mitzukommen, da ich doch recht gerne das Haus und den Garten der Großeltern sehen wollte. Der kleine Ausflug hat sich tatsächlich gelohnt. Das Haus und vor allem der Garten sind sehr schön und gut gepflegt. Alles sehr hell, besonders die Möbel, gar nicht wie man es von Großeltern erwartet. Lisa und ich konnten den Großteil des Tages damit verbringen im Haus zu entspannen und zu lesen. Momentan lese ich von „Wolfgang Hohlbein – Horus“. Bisher gefällt es mir sehr gut, besonders da Hohlbein einen tollen Schreibstil hat. !  Dienstag war Emilys Turnstunde und dieses Mal durfte ich auch ein paar der Aktivitäten mit ihr machen. Außerdem war eine Fotografin da, die Porträts von den Kindern machte. Emily verhielt sich wie eine kleine Diva, am Anfang wollte sie absolut nicht und am Ende konnte sie gar nicht genug vom posieren kriegen. ! Am Donnerstag besuchten Lisa, Sarina und ich eine Spielgruppe, die ich bald mit Emily besuchen kann bzw. mit beiden Kindern. An sich war es sehr nett, nur konnte ich natürlich nicht wirklich viel mit einem sieben Wochen alten Baby machen. Freitag war dann Emilys letzter Tag in der Betreuung und natürlich gab es eine kleine Abschiedsparty für sie. Alle Betreuer schienen Lisa eher Vorwürfe zu machen, dass Emily ab nun nicht mehr kommen würde und fragten nach Dingen wie: „ Gehst du denn dann in Spielgruppen mit ihr?“ Ich mein was geht die das an? Aber ich mein immerhin sind sie um das Sozialleben des Kindes und damit dessen Entwicklung besorgt…  Am folgenden Tag war ein offener Vormittag in der Schule, in der Mark arbeitet. Er ist Chefkoch in einer Privatschule in Cambridge. Lisa hofft darauf, dass sie wenn die Kinder alt genug sind einen guten Discount kriegen und sie die beiden dann dorthin schicken kann. So galt es natürlich bei dieser Gelegenheit sich die Schule einmal etwas genauer anzusehen. An sich alles sehr schick, aber natürlich merkte man, dass es an diesem Tag vor allem darum ging Eltern anzuwerben, die ihre Kinder dorthin schicken würden. Auch wenn diese Schule Kindern gerade im sportlichen und künstlerischen Bereich mehr bietet, da mehr Lehrer vorhanden sind, die sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert haben und dadurch natürlich ein besserer Unterricht insgesamt entsteht. Trotzdem wäre es mir zu teuer meine Kinder auf so eine Schule zu schicken, wo sie solche Dinge doch auch durch Hobbys in der Nachmittagszeit nachholen können.

Fünfte Woche

Am Montag musste ich arbeiten, da die Großeltern Besuch erwarteten und deswegen lieber am Freitag auf die Kinder aufpassen wollten. Emily würde ab dieser Woche nun zu Hause bleiben, was für mich zwar mehr Arbeit bedeutet, aber mit Sicherheit auch weniger Langeweile. Wir vier Mädels machten uns auf den Weg zu einer Spielgruppe, die in zwanzig Minuten Fußmarsch zu erreichen sein sollte. Doch bei dieser Angabe wurde weder ein Kinderwagen noch eine quengelnde Zweijährige einkalkuliert. Kurz um, wir brauchten fast 15 Minuten länger. Trotzdem zählten wir zu den Ersten, denn die meisten die diese Spielgruppe besuchen waren noch nicht da. Es war ein sehr schöner Vormittag, den Sarina gänzlich verschlief und somit Lisa und ich uns abwechseln konnten, wer mit Emily spielt. Wir kamen erst ziemlich spät nach Hause, so dass Emilys Mittagsschlafzeit sich nach hinten verschob, was a diesem Tag mehr als unpraktisch war, da wir zum Teetrinken verabredet waren. Ja im Land der Teetrinker…diese kann man schließlich nicht für ein Jahr bewohnen, ohne einmal richtig englischen Tee getrunken zu haben. Den Anlass dazu bietet die Verabschiedung einer Arbeitskollegin von Lisa, die kurz darauf nach Deutschland abreisen würde, um dort auf einer amerikanischen Militärbasis zu arbeiten. Nun was soll ich sagen, der Tee war super und dazu serviert wurde eine Art von Kuchen, die man in der Mitte durchschneidet und dann mit Marmelade und Vanilleeis bestreicht. Extrem lecker und definitiv wiederholungswert, würde der Preis für den ganzen Spaß nur ein wenig niedriger sein. Am Mittwoch besuchten wir mit beiden Mädchen die Geschichtenstunde in der Bibliothek. Zu dieser Zeit war die Kinderabteilung der Bibliothek wirklich einmal überfüllt und das Chaos am Ende, nachdem so ziemlich alle den Rückweg angetreten hatten, hätte ich nicht aufräumen wollen. Ich nutze die Zeit dir wir dort wahren, um meine neu Mitgliedskarte einzuweihen und mir Bücher über Zeichensprache mit Kindern und Beschäftigungsideen mit zweijährigen auszuleihen. Außerdem fand ich ein paar netter Disneyfilme, die ich auch gleich mitnahm. Zwar muss man für diese bezahlen, 2,5 Pfund für eine Woche pro Film, aber das ist immer noch günstig, wenn man bedenkt wie hoch die Preise in Videotheken sind. In meinen Händen hielt ich nun Oliver & Company und Peter Pan, zwei Disneyfilme, die ich zeit meines Lebens noch nicht gesehen hatte, Schande über mein Haupt. Zu Hause angekommen war auch Emily ganz gespannt auf die neuen Filme und ich war überrascht, als sie lieber Peter Pan sehen wollte, wo auf der anderen DVD doch ein kleines süßes Kätzchen abgebildet war. Noch mehr überrascht waren wir alle, als Emily diesen Film nicht nur bis zu Ende geguckt hatte, sondern ihn auch absolut super fand und die ganze Woche über keinen anderen Film mehr sehen wollte. Leider schleppte sich in dieser Woche erneut eine Erkältung durch, die zuerst Emily, dann Sarina und schließlich auch Lisa befiehl. So kam es dann, dass wir Donnerstag auf weitere Spielgruppenbesuche verzichteten. Am Samstag musste ich dann Überstunden machen, da Mark den ganzen Tag lang arbeiten musste. Der Tag fing dementsprechend schlecht an. Lisa und ich hatten nach Marks Angaben angenommen, dass er Emily am Morgen fertig machen würde und ich etwas länger schlafen könnte. Doch da hatte sich ein nettes Missverständnis eingeschlichen, den Mark hatte keine Zeit Emily fertig zu machen und so wurde ich von ihm aus dem Bett geschmissen. Der Rest des Tages verlief dementsprechend ziemlich chaotisch und unbefriedigend. Lisa verzog sich mit Sarina fast für den gesamten Tag nach oben, um ihre Erkältung auszukurieren. Meine Laune war an diesem Tag nun wirklich nicht die beste, da ich aus dem Schlaf gerissen wurde und dann auch noch den ganzen Tag mich alleine mit Emily beschäftigen musste und so kaum einen Moment zum ausatmen hatte. Sonntag galt es dann für mich letzte Vorbereitungen für meinen Urlaub zu treffen. Den schließlich würde am Montag Tobi kommen und wir beide würden zusammen eine Woche in Peterborough verbringen.

Sechste Woche

Ich war wirklich ziemlich aufgeregt, zumal wir uns in London treffen würden, an einem Bahnhof den er mit einem Bus und ich mit Zug und U-Bahn erreichen würde. Natürlich konnte der Zeitpunkt (zwischen 7-9 Uhr morgens) nicht besser gewählt sein, denn zu dieser Zeit waren alle möglichen Berufstätigen Menschen unterwegs und gerade die U-Bahn war so überfüllt, dass ich die erste, die den Bahnsteig erreichte nicht betreten konnte und in die zweite nur mit sehr viel Glück gelangte. Man kann sich vorstellen wir überfüllt und warm es dort drinnen war. London empfing uns genau so wie man es von London erwartet: Es regnete. Oder sagen wir besser es war etwas zwischen Nieseln und Regnen… Da das Wetter nun also nicht wirklich mitspielte, hatten wir keine Lust wirklich viel herumzurennen und gingen stattdessen ins Britische Museum. Ein wirklich schönes und großes Museum, das viele interessante Kulturen des Altertums zeigt (Ägypten, Rom, Griechenland, …). Ein weiterer Vorteil des Museums war, dass der Eintritt kostenlos ist. Ein wirklich interessante Tatsache, dass in einer der teuersten Städte Europas die großen Museen umsonst sind. Einige Stunden später erreichten wir Peterborough wo es merkwürdigerweise trocken und sonnig war. Das Hotel war besser als erwartet, dafür war das Essen im hauseigenen Restaurant nicht gerade überwältigend. So endschieden wir uns nach dem zweiten Test mit mittelmäßigen Ergebnissen, dass wir lieber wo anders essen gehen sollten. Zum Urlaub selbst lässt sich sonst wenig sagen, da wir größtenteils nur herumgelaufen sind und fast jeden Tag shoppen waren. Armer Schatz. Am letzten Abend waren wir dann auf einer Kirmes, die nicht einmal allzu weit vom Hotel entfernt war. Da wir kurz vorher erst gegessen hatten, verzichteten wir auf sämtliche Fahrgeschäfte und versuchten unser Glück an den Spielbuden. Ich hatte ein Auge auf einen kleinen Iah geworfen, und hätte es fast geschafft diesen an einem Greifautomaten zu gewinnen. Aber eben nur fast. Doch dann schafte es Tobi das gleiche Kuscheltier bei einem anderen Stand zu gewinnen und so hielt ich am Ende des Abends den kleinen, traurig blickenden Iah in meinen Händen. Freitagmorgen mussten wir dann früh zurück nach Huntingdon, da ich Freitagmittag immer einen Babykurs besuche und Lisa nicht wollte, dass ich gerade die Sektion über Krankheiten verpasse. Zu Hause angekommen ereignete sich etwas wirklich Sonderbares. Emily scheint sich regelrecht in Tobi verliebt zu haben, denn er bekam schon zur Begrüßung eine Umarmung, etwas das sie sonst nie bei Fremden und schon gar nicht bei Männern macht. Im Laufe des Tages fragte sie immer nach ihm und wollte alles mit Tobi machen. Doch leider musste ich ihm am Nachmittag schon zum Bahnhof bringen. Am Samstag war Bettys Geburtstag (ein anderes Au Pair aus der Gegend hier). Wir wollten abends in einen Club nach Peterborough fahren und kräftig feiern. An sich war es ein sehr netter Abend, auch wenn ich regelrecht von den Mädchen, die mit waren, abgefühlt wurde. Normalerweise trink ich nie viel in Discotheken, da es einfach viel zu teuer ist. Doch jene Damen schmissen ständig Runden und wie sollte man Nein sagen, wen gerade jemand 18 Pfund für acht Pinchen (zwei pro Person) ausgegeben hatte. Ich fühlte mich nach einiger Zeit nicht mehr so besonders gut, doch im Verlauf des Abends/ der Nacht ging es mir schließlich wieder besser und ich verzichtet auf weiteren Alkohol und stieg  auf Pepsi um. Als sich der kleine Zieger meiner Uhr der drei nährte wurden wir alle langsam müde und ziemlich unaufmerksam. Und es kam wie es kommen musste, als ich mich das nächstemal nach meiner Tasche umdrehte, die bis dato direkt hinter mir lag und das mit den Taschen der anderen Mädchen zusammen, war meine verschwunden. Verzweifelt suchte ich überall, wo ich gewesen war, fragte an der Bar und der Jackenabgabe nach. Sprach mit jedem Mitglied des Personals, das mir über den Weg lief, aber natürlich tauchte die Tasche nicht wieder auf. An sich war nichts wirklich Wertvolles in der Tasche gewesen. Das meiste Geld war eh schon ausgegeben gewesen. Da es spät war machten wir uns mittels Taxi auf dem Heimweg. Doch natürlich war auch mein Haustürschlüssel in der Tasche gewesen und so stand ich vor der Unangenehmen Aufgabe Lisa und Mark um halb vier Nachts aus dem Bett zu schmeißen und ich konnte noch nicht einmal vorher anrufen, da mein englisches Handy mit samt der Tasche geklaut wurde. Zum Glück waren meine Gasteltern sowieso schon wach, da zur selben Zeit das Baby aufwachte. Müde, kaputt und fertig ließ ich mich nach einer schnellen Dusche ins Bett fallen. Der Morgen später versprach nicht viel Positives. Ich verbrachte den Tag mit Versuchen jemanden in der Discothek zu erreichen, aber letztendlich konnte ich nur meine Nummer hinterlasse mit der Bitte, falls etwas gefunden wird sich bei mir zu melden. Später am Tag informierte ich dann  die Polizei über den Diebstahl und besprach mit meinem Vater die weitere Vorgehensweise.  Zum Glück befand sich im Portmoney keine Bankkarte und somit muss ich jetzt „nur“ zusehen einen neuen Perso, Führerschein und eine neue Krankenkassenkarte zu bekommen. Aber immerhin habe ich meinen Reisepass noch und somit kann ich mich noch ausweisen. Naja ich muss mich dann mal mit der deutschen Botschaft auseinandersetzen, den Diebstahl dort melden und einen neuen Ausweis beantragen. Wünscht mit glück

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10. Oktober 2009

Schande ueber mein Haupt

da hab ich doch seit geschlagenen zwei Wochen nichts mehr veroeffentlicht. Tja was soll ich sagen, ich hatte viel zu tun: ganz ehrlich. Zumal Emily den ganzen Tag zu Hause ist und mich gut zu beschaeftigen weiss. Und natuerlich die letzte Woche, in der ich meinen ersten Urlaub genommen hatte und dies gleich nutzte und mit Tobi vier Tage in Peterborough war. Aber zu alldem spaeter mehr.

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22. September 2009

Von Sid zu Nemo

Wochenende und die dritte Woche

Eigentlich wollte ich mich am Wochenende mit einem anderen Au Pair Mädchen hier aus der Gegend treffen. Betty ist 21, stammt aus Rumänien und lebt bei einer guten Freundin von Lisa. Wir verabredeten uns für Samstagnachmittag auf einen Drink in der Innenstadt. Doch da Betty nicht wusste, wann sie an diesem Tag Feierabend machen konnte, versprach sie mir eine SMS zu schreiben, sobald sie los kann. Doch natürlich erreichte mich den ganzen samstag Mittag über nicht eine einzige SMS. Schließlich hackte ich nach und schrieb selbst eine SMS um zu fragen, „wo“ und „wann“ wir und treffen könnten. Die Antwort darauf lies zwei weitere Stunde vergehen, bis Betty mir dann mitteilte, dass sie Babysitten müsste. Ein nicht wirklich guter Start, denn schließlich hätte sie mir das ja eher mitteilen können, so dass ich nicht den ganze Tag damit verbringen würde auf ein Nachricht von ihr zu warten. Abends musste ich dann Babysitten, da Mark und Lisa etwas Zeit zu zweit haben wollten. Doch wie das so mit frischegebackenen Eltern ist, nach einer knappen Stunde waren sie schon wieder zu Hause.

Sonntag waren wir dann mit beiden Kindern im Kino und zwar in Ice Age 3; zwar kannte ich den Film schon, aber es war nett ihn noch einmal auf Englisch sehen zu können… Sarina verschlief zwar den ganzen Film, oder sollte ich sagen, Gott sei dank schlief das Baby und schrie nicht die ganze Zeit über. Emily erstaunte mich viel mehr. Während des gesamten Films war sie ruhig sitzen geblieben; man vernahm nur hin und wieder ein „OH No“ von ihr, wenn etwas „Schlimmes“ passierte.

Montag fuhren Lisa, Sarina und ich mit dem Zug nach Petersburg zum Shoppen. Schließlich hatte Emily in der folgenden Woche Geburtstag und einige Geschenke wollten noch gekauft werden. Ich war aber ziemlich brav und verschwendet nicht all zu viel Geld. Nur einen Rock von H&M hab ich mir gegönnt und der war sogar reduziert gewesen. Auch in Petersburg gab es einen Disneyshop. Gefährlicher Ort für Menschen wie Lisa und mich; doch immerhin konnte ich mich beherrschen. Lisa hingegen schnappte gleich mehrfach zu und kaufte einen Winnie Pooh Bär für Babies und ein Kissen von Nemo, in das wir uns beide direkt verliebten und bei dem wir ganz sicher waren, dass Emily es auch lieben würde. Später jedoch stellte sich heraus, dass Marks Eltern genau das gleiche Kissen für Emily gekauft hatten und sie ihres nun umtauschen mussten.

An sich war es ein sehr schöner Tag. Petersburg ist eine schöne Stadt mit tollen Bauwerken, die aber leider alle von großen Bauzäunen umrahmt waren, weswegen ich auf Fotos an jenem Tag verzichtete.

Dienstag stand wieder Emilys Gymnastikstunde an und wir musste sie recht früh von der Betreuung abholen. Unglücklicherweise war Sarina natürlich genau in jener Stunde hungrig und Lisa musste sich etwas zurückziehen um sie zu stillen. Emily weigerte sich auch nur eine Übung mit mir zu machen und fing ziemlich bald an zu heulen. Nach einem kurzen Mittagsessen (Picknick im Auto) brachten wir Emily zurück zur Betreuung und besuchten dann Lisas Freundin Steffanie. Eben jene Freundin mit dem Au Pair Mädchen. Somit konnte ich Betty doch noch kennen lernen, wenn auch erst zwei Tage später als eigentlich geplant. Auch wenn wir nicht wirklich lange blieben, war es doch ein sehr netter Besuch.

Der mittwoch Morgen begann ungewöhnlich gut. Es war nämlich der erste Morgen, an dem ich Emily weckte und für die Betreuung fertig machte, an dem sie nicht einmal weinte oder ihre Mutter verlangte. Auch beim Frühstück und Zähneputzen war sie absolut super. So langsam scheint sie sich an mich zu gewöhnen und mich gern zu haben.

Der nächste Tag war Emilys Geburtstag und dementsprechend lang und auch etwas anstrengend. Wir holten Emily direkt nach ihrem Mittagsschlaf von der Betreuung ab, aber nicht ohne vorher noch die kleine Party, die für sie dort organisiert wurde zu genießen. Zufälligerweise hatte am selben Tag auch noch ein weiteres Kind aus Emilys Gruppe Geburtstag, man bedenke, dass gerade Mal fünf Kinder in dieser Gruppe sind, und so war der Gruppenraum doch sehr voll mit Eltern, Betreuern und Kindern. Es gab Muffens mit überzuckerter, eingefärbter Sahne (eingefärbt in den Lieblingsfarben der Geburtstagkinder; für Emily Lila) und Bananen. Nach diesem kleinen Snack machten wir uns auf den Heimweg und versuchten Emily von dem übervollen Geschenk-Tisch abzulenken, da sie die Geschenke erst öffnen durfte, wenn ihr Vater und die Großeltern eintreffen würden. Leider verspätet sich jedoch sowohl Mark, als auch seine Eltern und so gab es erst Abendessen und zum Nachtisch Eis mit Schokosoße und Streuseln. Mir war nachher richtig schlecht von dem ganzen übersüßem Essen, so dass ich die Hälfte des Eises stehen lies; welch eine Verschwendung. Als alle aufgegessen hatten, konnten wir endlich mit dem Geschenke auspacken beginnen. Ganz bewusst lenkte Lisa Emily immer wieder von der Box mit dem Nemo Kissen ab, damit sie dies zu letzt öffnen könnte. Doch natürlich kommt es nie so wie man denkt. Emily war ganz entzückt von einem Nemo Buch und wollte sich nur noch damit beschäftigen. Doch natürlich konnten wir sie davon überzeugen auch noch die letzten Geschenke auszupacken. Und sieh da, das Nemo Kissen interessierte sie gar nicht. Im ersten Moment erkannte sie nicht einmal, dass es Nemo war, da er durch die Kissenform etwas anders aussah als normalerweise. Nun waren die Großeltern doch sehr froh, dass sie ihr Kissen zurück gebracht hatten.  Am Freitag ist nichts wirklich Nennenswertes passiert. Emily war in der Betreuung und ich mit Haushaltskram beschäftigt. Mittags unternahm ich einen kleinen Ausflug in die Innenstadt und leistet mir einige schöne Dinge, die ich wirklich unbedingt brauchte. Ich mein wie soll ich denn ohne Haarschleifen und ein Disney Storybook überleben, mal ehrlich.

Am Sonntag veranstalten meine Gasteltern eine große Party mit so ziemlich allen ihren Freunden, um einerseits Emilys Geburtstag zu feiern und andererseits Sarina vorzustellen. Dementsprechend besteht das Wochenende wohl aus aufräumen, saubermachen und putzen. Und ganz nebenbei Emily hat natürlich noch nicht mehr als genug Geschenke bekommen…

Der Samstag verlief besser als erwartet. Lisa war zum größten Teil damit beschäftig das Büro auszumisten und Spielsachen umzuräumen und dabei konnte ich ihr nicht wirklich helfen. Gegen Nachmittag wollte ich einen kleinen Spaziergang zum Fluss unternehmen, um mir dort ein ruhiges Plätzchen zu suchen und zu lesen. Doch leider liegt der Park am Fluss ziemlich nah an den viel befahrenen Straßen und man konnte nicht wirklich die ruhige Natur genießen. Deswegen entschied ich den Park weiter entlang zu wandern und einen ruhigeren Ort zu suchen. Bald schon konnte man den Verkehrslärm nicht mehr hören, doch die Wiesen waren mir etwas zu einsam. Zwar kamen ab und zu einige Spaziergänger vorbei, aber man weiß ja nie. Ich ging also weiter, bis ich zum einem kleinen Park nahe einer Kirche kam. Dort war es schön ruhig, aber doch nicht völlig einsam. Einige Angler saßen nahe dem Wasser und mehrere Familien mit kleinen Kindern am Ufer entlang und beobachteten die Enten. Ich verblieb eine Stunde dort, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Zurück ging ich quer durch die Wohngebiete, da ich nicht den gleichen Weg zweimal Laufen wollte. Ganz Papas Tochter ^.^ Nach eineinhalb Stunden kam ich müde und hungrig zu Hause an. Am Sonntag war ich die meiste Zeit damit beschäftigt mit Emily zu spielen und sie von den Anderen, die die Vorbereitungen trafen fern zu halten. Die Party an sich war sehr nett. Nicht allzu lang und doch recht unterhaltsam. Ich sprach des Längeren mit einer älteren Dame, die hier in der Nachbarschaft wohnt und die mir anbot, mir einige nette Wanderweg hier zu zeigen. Wirklich sehr lieb, vielleicht nehm ich das Angebot irgendwann mal an. Außerdem verbrachte ich viel Zeit mit einer guten Freundin von Mark, Andra, die ich hoffentlich bald mal wieder treffen werde.

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12. September 2009

Freie Tage und die zweite Woche

Freitag 04.09.09

Der Tag war recht ruhig, da wir Emily endlich wieder in den Kindergarten schicken konnten. Insgesamt ging es allen gesundheitlich und damit auch nervlich besser. Es ist nicht wirklich viel an diesem Tag passiert, außer Haushaltssachen machen  und einkaufen.

Samstag 05.09.09

Mein erster freier Tag nach einer doch relativ anstrengenden Woche mit zwei kleinen, kranken Kindern zu Hause. Ein sehr schöner Tag, mit viel Sonnenschein; und so konnte ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen und in die Innenstadt gehen. Ich glaub ich war in so ziemlich jeden Geschäft, nur um heraus zu finden, wo ich was finden kann und ob sich ein weitere Besuch in diesem oder jenem Geschäft überhaupt lohnt. Es gibt hier recht viele Second Hand Läden, wo man für wenig Geld tolle Dinge erstehen kann; und in dem Fall nicht nur Klamotten, sondern auch Bücher, Videos und DVDs und vieles mehr. Sollte ich mir wirklich englische Bücher zu legen wollen, werd ich da zu erst nach sehen. Später war  ich dann in der Bibliothek und hab mir eine Mitgliedskarte ausstellen lassen. Der junge Herr, der dies übernahm war in meinem Alter und sehr freundlich. Wahrscheinlich der erste Mensch in meinem Alter, mit dem ich etwas länger reden konnte, seitdem ich hier bin. Doch leider sagte er mir, dass er die Stadt bald verlässt, weil dann das nächste Semester an der Uni anfängt.         Ich muss sehr vorsichtig sein, wenn ich hier shoppen gehen möchte, da diese Stadt zunächst einmal über einen Starbucks und Claires verfügt, zwei „Geschäfte“ um die ich lieber einen großen Bogen machen sollte, weil ich nur Gefahr laufe viel zu viel Geld zu verschwenden. Der Abend klangt ruhig aus, mit gemeinsamen fernsehgucken, nachdem die Kinder im Bett waren. Lisa hat Popcorn gemacht und das war definitiv das beste Popcorn, das ich je gegessen habe; leider dementsprechend auch sehr fettig.

Sonntag 06.09.09

Happy Birthday Mama

Zweiter freier Tag. Mark musste am späten Mittag arbeiten, da die Schule, in der er der Chefkoch ist, einen Elternnachmittag hatte und da diese Schule in Cambridge liegt, hat er mir angeboten mich nach Cambridge zu fahren. Cambridge ist sooooooo toll. Ich bin ganz neidisch auf die Studenten da. Die ganzen alten schöne Universitätsgebäude und weitläufigen Parks. Als Besucher kann man sich einige Bereiche der Unis ansehen, aber bei den meisten muss man dafür Eintritt bezahlen. Also begnügte ich mich erst einmal damit um die Gebäude herum zu laufen. Später reizte es mich aber doch die Kapelle von Kings Collage zu sehen und so zahlte ich 5 Pfund, nur um in diese dämlich Kapelle zu kommen. Wenigstens konnte ich einige gute Bilder machen.  Ich werd versuchen bald Bilder hochzuladen, aber nicht heute.                                                                                                       Cambridge Ist eine wirklich tolle Stadt, auch zum Shoppen lohnt es sich absolut. Ich habe unteranderem ein nettes kleines Cafe entdeckt, indem es auch Milkshakes gibt und wirklich leckeren günstigen Cappuccino, zu mindestens wesentlich günstiger als Starbucks. Außerdem gibt es in Cambridge eine Disney Shop. Oh mein Gott, ich könnte da mein gesamtes Geld ausgeben. So süße Sachen gibt es da, z.B. Kuscheltiere von fast alle Disney Charakteren, Barbiepuppen von den Disney Prinzessinnen und süße Kinder Klamotten mit Disney Motiven.                                                               Insgesamt war es also ein sehr schöner Tag.

2.Woche

Ab jetzt wird ich wohl nur noch Wochenberichte schreiben bzw. dann über die letzten Tag schreiben, wenn ich Zeit dafür habe. Montag hatte ich erneut frei, da montags immer die Großeltern vorbeikommen und mit den Kindern spielen. Für mich war der Tag sehr ruhig und fast sogar langweilig, da ich keine Lust hatte wirklich etwas zu unternehmen und kein Geld momentan habe um mir die Zeit mit Shoppen zu vertreiben. Demnach blieb ich zu Hause und machte es mir auf meinem Bett mit einem Buch bequem. Das Buch nährte sich allmählich dem Ende und so war es ziemlich spannend und ich wollte es nicht weglegen. Doch dann starben meine zwei Lieblingscharaktere und danach war es nicht mehr ganz so fesselnd. Am Nachmittag hatte ich meine erste Fahrstunde. Naja es war keine wirkliche Fahrstunde, eher eine Stunde, in der Lisa und ich durch die Nachbarschaft fuhren, damit ich mich an das Auto und an das linksseitige Fahren gewöhnen kann. Da die Nachbarschaft aber nur aus Sackgasse besteht konnte ich immer nur ein wenig im zweiten Gang rumtuckern und musste dann jeweils wenden. Eine gute Übung für mich, zu mindestens sah dass Lisa so. Denn so könnte ich mich ja besser an das Auto gewöhnen und schneller abschätzen, wie lang und breit es ist. Später waren wir noch in der Innenstadt einen kleinen Tisch und einen Stuhl für mein Zimmer bestellen; Ich vermisse es wirklich an einem Schreibtisch sitzen zu können.                                                                                                                                       Dienstag war mein erster Arbeitstag nach zwei freien Tagen. Wir brachten Emily zur Betreuung, nur um sie zwei Stunden später wieder einzusammeln und zu einer Turnstunde zu bringen. Lisa musste ihr dabei assistieren und ich saß in der Zeit am Rand und beaufsichtigte das schlafende Baby. Ein kleines Mädchen, das ich noch nie zuvor gesehen hatte, kam auf mich zu gestürmt und viel mir in die Arme. Ihre Mutter, die nicht sehr viel älter war als ich, kam hinterher gerannt und wunderte sich genauso wie ich über das Verhalten ihrer Zweijährigen. Später kamen wir etwas ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie 23 Jahre alt ist. Ich freu mich schon auf das nächste Mal Turnen, weil ich vielleicht wieder mit ihr ins Gespräch kommen kann und wir hoffentlich Nummern austauschen können.                                                                                                                                                                       Am Mittwoch lies mich das Klingeln des Weckers aus verworrenen Träumen hoch schrecken. By the way, Yves hast du irgendeine Affinität zu Heizluftballons? In meinem Traum hast du dich nämlich ganz gut als Aeronaut gemacht^^  Nun aber erst einmal Schluss mit Albernheiten. Also ich schreckte aus verworrenen Träumen hoch und fühlte mich danach so unglaublich müde und benommen, dass ich einen geschlagene halbe Stunde brauchte um aufzustehen. Wie man sich vorstellen kann, war ich an jenem Morgen extrem müde und kaputt und wäre beinahe auf dem Sofa im sitzen eingeschlafen. Lisa schickte mich darauf hin nach draußen, damit ich vor meiner Mittagspause noch etwas tun konnte und um etwas frisch Luft zu schnappen, die in der Tat sehr aufweckend wirkte. Ich entschied mich also im Garten die vertrockneten Blätter aufzusammeln; nicht gerade die schönste Arbeit, aber das erschien mir immer noch produktiver als spazieren zu gehen, was Lisa vorgeschlagen hatte. Für weiter Fahrübungen fühlte ich mich nicht wach genug, also verbrachte ich den Tag mit Gartenarbeit und Bügeln. Ach ja, an jenem Nachmittag kamen die Paket mit dem neuen Tisch und dem neuen Stuhl an.                                                                                                                                                                    Der Donnerstag war genau wie die Tage zuvor, ein recht ruhiger Tag. Emily war im Kindergarten und Sarina schläft die meiste Zeit ja. Aber immerhin hatte ich in jener Nacht besser geschlafen und konnte so etwas munterer an die Arbeit heran gehen. Ich übernahm es die Zimmer der Mädchen aufzuräumen und zu putzen, und da Lisa Emily zur Betreuung brachte, nahm ich Sarina mit ins obere Stockwerk. Zu meinem Glück schlief sich recht bald ein und verblieb so, bis Lisa zurück kam. Ich schafte es sogar mein Zimmer aufzuräumen und zu saugen. Am Nachmittag begann ich dann damit den Tisch aufzubauen. Es ist sehr schöne festzustellen, dass man die ersten 20 Schritte alleine machen kann und dann beim 21. Schritt sagt einem die Anleitung plötzlich, dass man ab nun zu zweit arbeiten soll. Nett, besonders wenn die Beschreibung im Katalog behauptet, dass man alles alleine machen kann. Aber wozu braucht man eine zweite Person, wenn man ein Bett hat, das genauso gut als Stütze fungiere kann. Trotzdem schaffte ich es nicht, meine Arbeit daran zu beenden, bevor Emily nach Hause kam und ich andere Aufgaben hatte. Später vergaß ich dann, dass in meinem Zimmer noch ein unfertiger Tisch auf mich wartete und Kartons und Pappe den gesamten Boden und das Bett bedeckten. Als ich nun am Abend, ziemlich müde, in mein Zimmer kam, lag vor mir ein Schlachtfeld. Ich entschied wenigstens noch den Tisch aufzubauen und erledigte dies. Am nächsten Tag konnte ich dann meine Arbeit vollenden und den Schreibtischstuhl zusammen flicken. Jetzt müssen wir nur noch das Netzwerk zum laufen kriegen, damit ich endlich in meinem Zimmer online gehen kann und nicht immer den Familien PC blockiere. Am Freitag gab es nicht wirklich viel zu tun und Lisa und ich verbrachten die meiste Zeit vorm Fernseher. Mark  kam wiedereinmal um acht nach Hause. Wenn man bedenkt das er eigentlich um 17.30 Uhr zu hause sein sollte. Gerade an jenem Abend war Badeabend. Lisa und ich versuchten also beide Kinder gleichzeitig zu baden. Das ganze endete wie es enden musste, in einem totalen Disaster. Beide Kinder am heulen, Emily hatte Seife ins Auge bekommen und Sarina mochte es gar nicht vom warmen Bad ins kalte Zimmer getragen zu werden. Doch irgendwie meisterten wir auch diese Situation. Eigentlich sollte Freitag abend zum Spieleabend werden, aber da Mark so spaet nach Hause kam, wurde aus Wii und PS2 zocken nichts.