Anmerkung: Einige Teile dieses Artkels ahb ich shcon vor drei Wochen geschrieben, hatte aber aus genannten Gruenden nicht die Zeit sie zu veroeffentlichen.
Vierte Woche
Es ist kaum vorstellbar, aber am Sonntag bin schon für vier Wochen in England. Wenn ich so auf die vergangene Zeit hier zurückblicke stell ich fest, dass sich mittlerweile eine Art von Alltäglichkeit eigestellt hat und nicht mehr jeder Tag neu und aufregend erscheint. Eine Tatsache die einerseits schön ist, da ich mich trotzalldem hier sehr wohl fühle, aber andererseits birg der Alltag doch auch etwas Langeweile. Besonders wenn man bedenkt, dass Emily bisher den größten Teil des Tages in der Betreuung war und es nicht viel für mich zu tun gab. Sarina wird immerhin größtenteils von ihrer Mutter versorgt. Und doch ist noch vieles neu für mich und so vergesse ich hin und wieder einige Dinge, die ich erledigen soll. Genau hier entstanden erste Auseinandersetzungen mit Lisa, die ich nicht immer hundert prozentig nachvollziehen kann. Z.B. soll ich die saubere Wäsche der Kinder wegräumen. Nun wusste ich aber gar nicht wo ich was hin packen sollte und wollte lieber erst einmal fragen, bevor ich alle Schränke durchwühle; etwas das man da wo ich her komme eher als unhöflich gilt. Aber anscheint will Lisa genau das von mir, dass ich selbst herausfinde, wo was hingehört und was wo zu finden ist. Doch dann werden mir ständig Vorwürfe gemacht, wenn ich etwas vergesse oder nicht direkt erledige. So z.B. in der zweiten Woche, in der ich da war wird mir vorgeworfen noch nie die Küche gewischt zu haben. Eigentlich soll ich dass einmal pro Woche machen. Ich mein an sich kein Problem, aber dann wäre es doch recht nett mir zu zeigen wo Mob und Eimer sind und welches Putzmittel ich dafür benutzen soll… Ähnliche Situationen gab es des Öfteren vorwiegend in der letzten Woche. Und ganz nachvollziehen kann ich es, wie gesagt, nicht. Nun hat Lisa meine Aufgabenliste noch einmal ausgedruckt und alles markiert was ich vielleicht auch nur einmal vergessen habe zu machen und das meiste davon war in der ersten oder zweiten Woche… Naja genug davon, bisher ist ja nichts wirklich Schlimmes passiert, es nervt nur etwas sich solche Dinge anhören zu müssen, wobei ich hier doch wirklich verdammt ordentlich und bemüht bin alles richtig zu machen.
In dieser Woche waren wir doch sehr viel unterwegs. Zudem war es meistens doch sehr warm und sonnig, was ja dazu drängen lässt Etwas zu unternehmen. Am Montag waren wir bei den Großeltern, die etwa eine halbe Stunde entfernt leben. Eigentlich ist Montag mein freier Tag, aber ich entschied mich mitzukommen, da ich doch recht gerne das Haus und den Garten der Großeltern sehen wollte. Der kleine Ausflug hat sich tatsächlich gelohnt. Das Haus und vor allem der Garten sind sehr schön und gut gepflegt. Alles sehr hell, besonders die Möbel, gar nicht wie man es von Großeltern erwartet. Lisa und ich konnten den Großteil des Tages damit verbringen im Haus zu entspannen und zu lesen. Momentan lese ich von „Wolfgang Hohlbein – Horus“. Bisher gefällt es mir sehr gut, besonders da Hohlbein einen tollen Schreibstil hat. ! Dienstag war Emilys Turnstunde und dieses Mal durfte ich auch ein paar der Aktivitäten mit ihr machen. Außerdem war eine Fotografin da, die Porträts von den Kindern machte. Emily verhielt sich wie eine kleine Diva, am Anfang wollte sie absolut nicht und am Ende konnte sie gar nicht genug vom posieren kriegen. ! Am Donnerstag besuchten Lisa, Sarina und ich eine Spielgruppe, die ich bald mit Emily besuchen kann bzw. mit beiden Kindern. An sich war es sehr nett, nur konnte ich natürlich nicht wirklich viel mit einem sieben Wochen alten Baby machen. Freitag war dann Emilys letzter Tag in der Betreuung und natürlich gab es eine kleine Abschiedsparty für sie. Alle Betreuer schienen Lisa eher Vorwürfe zu machen, dass Emily ab nun nicht mehr kommen würde und fragten nach Dingen wie: „ Gehst du denn dann in Spielgruppen mit ihr?“ Ich mein was geht die das an? Aber ich mein immerhin sind sie um das Sozialleben des Kindes und damit dessen Entwicklung besorgt… Am folgenden Tag war ein offener Vormittag in der Schule, in der Mark arbeitet. Er ist Chefkoch in einer Privatschule in Cambridge. Lisa hofft darauf, dass sie wenn die Kinder alt genug sind einen guten Discount kriegen und sie die beiden dann dorthin schicken kann. So galt es natürlich bei dieser Gelegenheit sich die Schule einmal etwas genauer anzusehen. An sich alles sehr schick, aber natürlich merkte man, dass es an diesem Tag vor allem darum ging Eltern anzuwerben, die ihre Kinder dorthin schicken würden. Auch wenn diese Schule Kindern gerade im sportlichen und künstlerischen Bereich mehr bietet, da mehr Lehrer vorhanden sind, die sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert haben und dadurch natürlich ein besserer Unterricht insgesamt entsteht. Trotzdem wäre es mir zu teuer meine Kinder auf so eine Schule zu schicken, wo sie solche Dinge doch auch durch Hobbys in der Nachmittagszeit nachholen können.
Fünfte Woche
Am Montag musste ich arbeiten, da die Großeltern Besuch erwarteten und deswegen lieber am Freitag auf die Kinder aufpassen wollten. Emily würde ab dieser Woche nun zu Hause bleiben, was für mich zwar mehr Arbeit bedeutet, aber mit Sicherheit auch weniger Langeweile. Wir vier Mädels machten uns auf den Weg zu einer Spielgruppe, die in zwanzig Minuten Fußmarsch zu erreichen sein sollte. Doch bei dieser Angabe wurde weder ein Kinderwagen noch eine quengelnde Zweijährige einkalkuliert. Kurz um, wir brauchten fast 15 Minuten länger. Trotzdem zählten wir zu den Ersten, denn die meisten die diese Spielgruppe besuchen waren noch nicht da. Es war ein sehr schöner Vormittag, den Sarina gänzlich verschlief und somit Lisa und ich uns abwechseln konnten, wer mit Emily spielt. Wir kamen erst ziemlich spät nach Hause, so dass Emilys Mittagsschlafzeit sich nach hinten verschob, was a diesem Tag mehr als unpraktisch war, da wir zum Teetrinken verabredet waren. Ja im Land der Teetrinker…diese kann man schließlich nicht für ein Jahr bewohnen, ohne einmal richtig englischen Tee getrunken zu haben. Den Anlass dazu bietet die Verabschiedung einer Arbeitskollegin von Lisa, die kurz darauf nach Deutschland abreisen würde, um dort auf einer amerikanischen Militärbasis zu arbeiten. Nun was soll ich sagen, der Tee war super und dazu serviert wurde eine Art von Kuchen, die man in der Mitte durchschneidet und dann mit Marmelade und Vanilleeis bestreicht. Extrem lecker und definitiv wiederholungswert, würde der Preis für den ganzen Spaß nur ein wenig niedriger sein. Am Mittwoch besuchten wir mit beiden Mädchen die Geschichtenstunde in der Bibliothek. Zu dieser Zeit war die Kinderabteilung der Bibliothek wirklich einmal überfüllt und das Chaos am Ende, nachdem so ziemlich alle den Rückweg angetreten hatten, hätte ich nicht aufräumen wollen. Ich nutze die Zeit dir wir dort wahren, um meine neu Mitgliedskarte einzuweihen und mir Bücher über Zeichensprache mit Kindern und Beschäftigungsideen mit zweijährigen auszuleihen. Außerdem fand ich ein paar netter Disneyfilme, die ich auch gleich mitnahm. Zwar muss man für diese bezahlen, 2,5 Pfund für eine Woche pro Film, aber das ist immer noch günstig, wenn man bedenkt wie hoch die Preise in Videotheken sind. In meinen Händen hielt ich nun Oliver & Company und Peter Pan, zwei Disneyfilme, die ich zeit meines Lebens noch nicht gesehen hatte, Schande über mein Haupt. Zu Hause angekommen war auch Emily ganz gespannt auf die neuen Filme und ich war überrascht, als sie lieber Peter Pan sehen wollte, wo auf der anderen DVD doch ein kleines süßes Kätzchen abgebildet war. Noch mehr überrascht waren wir alle, als Emily diesen Film nicht nur bis zu Ende geguckt hatte, sondern ihn auch absolut super fand und die ganze Woche über keinen anderen Film mehr sehen wollte. Leider schleppte sich in dieser Woche erneut eine Erkältung durch, die zuerst Emily, dann Sarina und schließlich auch Lisa befiehl. So kam es dann, dass wir Donnerstag auf weitere Spielgruppenbesuche verzichteten. Am Samstag musste ich dann Überstunden machen, da Mark den ganzen Tag lang arbeiten musste. Der Tag fing dementsprechend schlecht an. Lisa und ich hatten nach Marks Angaben angenommen, dass er Emily am Morgen fertig machen würde und ich etwas länger schlafen könnte. Doch da hatte sich ein nettes Missverständnis eingeschlichen, den Mark hatte keine Zeit Emily fertig zu machen und so wurde ich von ihm aus dem Bett geschmissen. Der Rest des Tages verlief dementsprechend ziemlich chaotisch und unbefriedigend. Lisa verzog sich mit Sarina fast für den gesamten Tag nach oben, um ihre Erkältung auszukurieren. Meine Laune war an diesem Tag nun wirklich nicht die beste, da ich aus dem Schlaf gerissen wurde und dann auch noch den ganzen Tag mich alleine mit Emily beschäftigen musste und so kaum einen Moment zum ausatmen hatte. Sonntag galt es dann für mich letzte Vorbereitungen für meinen Urlaub zu treffen. Den schließlich würde am Montag Tobi kommen und wir beide würden zusammen eine Woche in Peterborough verbringen.
Sechste Woche
Ich war wirklich ziemlich aufgeregt, zumal wir uns in London treffen würden, an einem Bahnhof den er mit einem Bus und ich mit Zug und U-Bahn erreichen würde. Natürlich konnte der Zeitpunkt (zwischen 7-9 Uhr morgens) nicht besser gewählt sein, denn zu dieser Zeit waren alle möglichen Berufstätigen Menschen unterwegs und gerade die U-Bahn war so überfüllt, dass ich die erste, die den Bahnsteig erreichte nicht betreten konnte und in die zweite nur mit sehr viel Glück gelangte. Man kann sich vorstellen wir überfüllt und warm es dort drinnen war. London empfing uns genau so wie man es von London erwartet: Es regnete. Oder sagen wir besser es war etwas zwischen Nieseln und Regnen… Da das Wetter nun also nicht wirklich mitspielte, hatten wir keine Lust wirklich viel herumzurennen und gingen stattdessen ins Britische Museum. Ein wirklich schönes und großes Museum, das viele interessante Kulturen des Altertums zeigt (Ägypten, Rom, Griechenland, …). Ein weiterer Vorteil des Museums war, dass der Eintritt kostenlos ist. Ein wirklich interessante Tatsache, dass in einer der teuersten Städte Europas die großen Museen umsonst sind. Einige Stunden später erreichten wir Peterborough wo es merkwürdigerweise trocken und sonnig war. Das Hotel war besser als erwartet, dafür war das Essen im hauseigenen Restaurant nicht gerade überwältigend. So endschieden wir uns nach dem zweiten Test mit mittelmäßigen Ergebnissen, dass wir lieber wo anders essen gehen sollten. Zum Urlaub selbst lässt sich sonst wenig sagen, da wir größtenteils nur herumgelaufen sind und fast jeden Tag shoppen waren. Armer Schatz. Am letzten Abend waren wir dann auf einer Kirmes, die nicht einmal allzu weit vom Hotel entfernt war. Da wir kurz vorher erst gegessen hatten, verzichteten wir auf sämtliche Fahrgeschäfte und versuchten unser Glück an den Spielbuden. Ich hatte ein Auge auf einen kleinen Iah geworfen, und hätte es fast geschafft diesen an einem Greifautomaten zu gewinnen. Aber eben nur fast. Doch dann schafte es Tobi das gleiche Kuscheltier bei einem anderen Stand zu gewinnen und so hielt ich am Ende des Abends den kleinen, traurig blickenden Iah in meinen Händen. Freitagmorgen mussten wir dann früh zurück nach Huntingdon, da ich Freitagmittag immer einen Babykurs besuche und Lisa nicht wollte, dass ich gerade die Sektion über Krankheiten verpasse. Zu Hause angekommen ereignete sich etwas wirklich Sonderbares. Emily scheint sich regelrecht in Tobi verliebt zu haben, denn er bekam schon zur Begrüßung eine Umarmung, etwas das sie sonst nie bei Fremden und schon gar nicht bei Männern macht. Im Laufe des Tages fragte sie immer nach ihm und wollte alles mit Tobi machen. Doch leider musste ich ihm am Nachmittag schon zum Bahnhof bringen. Am Samstag war Bettys Geburtstag (ein anderes Au Pair aus der Gegend hier). Wir wollten abends in einen Club nach Peterborough fahren und kräftig feiern. An sich war es ein sehr netter Abend, auch wenn ich regelrecht von den Mädchen, die mit waren, abgefühlt wurde. Normalerweise trink ich nie viel in Discotheken, da es einfach viel zu teuer ist. Doch jene Damen schmissen ständig Runden und wie sollte man Nein sagen, wen gerade jemand 18 Pfund für acht Pinchen (zwei pro Person) ausgegeben hatte. Ich fühlte mich nach einiger Zeit nicht mehr so besonders gut, doch im Verlauf des Abends/ der Nacht ging es mir schließlich wieder besser und ich verzichtet auf weiteren Alkohol und stieg auf Pepsi um. Als sich der kleine Zieger meiner Uhr der drei nährte wurden wir alle langsam müde und ziemlich unaufmerksam. Und es kam wie es kommen musste, als ich mich das nächstemal nach meiner Tasche umdrehte, die bis dato direkt hinter mir lag und das mit den Taschen der anderen Mädchen zusammen, war meine verschwunden. Verzweifelt suchte ich überall, wo ich gewesen war, fragte an der Bar und der Jackenabgabe nach. Sprach mit jedem Mitglied des Personals, das mir über den Weg lief, aber natürlich tauchte die Tasche nicht wieder auf. An sich war nichts wirklich Wertvolles in der Tasche gewesen. Das meiste Geld war eh schon ausgegeben gewesen. Da es spät war machten wir uns mittels Taxi auf dem Heimweg. Doch natürlich war auch mein Haustürschlüssel in der Tasche gewesen und so stand ich vor der Unangenehmen Aufgabe Lisa und Mark um halb vier Nachts aus dem Bett zu schmeißen und ich konnte noch nicht einmal vorher anrufen, da mein englisches Handy mit samt der Tasche geklaut wurde. Zum Glück waren meine Gasteltern sowieso schon wach, da zur selben Zeit das Baby aufwachte. Müde, kaputt und fertig ließ ich mich nach einer schnellen Dusche ins Bett fallen. Der Morgen später versprach nicht viel Positives. Ich verbrachte den Tag mit Versuchen jemanden in der Discothek zu erreichen, aber letztendlich konnte ich nur meine Nummer hinterlasse mit der Bitte, falls etwas gefunden wird sich bei mir zu melden. Später am Tag informierte ich dann die Polizei über den Diebstahl und besprach mit meinem Vater die weitere Vorgehensweise. Zum Glück befand sich im Portmoney keine Bankkarte und somit muss ich jetzt „nur“ zusehen einen neuen Perso, Führerschein und eine neue Krankenkassenkarte zu bekommen. Aber immerhin habe ich meinen Reisepass noch und somit kann ich mich noch ausweisen. Naja ich muss mich dann mal mit der deutschen Botschaft auseinandersetzen, den Diebstahl dort melden und einen neuen Ausweis beantragen. Wünscht mit glück